NLP - was kann es leisten?

Was ist NLP?

Was NLP ist und was NLP leisten kann
 
NLP basiert auf einem Mix von Methoden wissenschaftlich übergreifender Disziplinen der Neurobiologie, der Kommunikationslehre, der Psychotherapie, der Hypnosetherapie und der Familienaufstellungsarbeit.
 
Die Grundannahmen im NLP
Die nachstehenden 10 Grundannahmen stellen die Basis für die Arbeit mit NLP da.
 
Die Landkarte ist nicht das Gebiet
Jeder Mensch besitzt eine gentechnische Veranlagung und sammelt im Laufe seines Lebens seinen eigenen Erfahrungsschatz. Bewusste und unbewusste Erfahrungen sind somit als „Programm“ in unserem Gehirn gespeichert. Jeder Mensch besitzt seine eigene Denkstruktur, seine eigene Wahrnehmung, wobei eine Gegebenheit sehr unterschiedliche Empfindungen, Interpretationen auslöst. Es gibt hieraus abgeleitet keine absolute „Wahrheit“. In der NLP sprechen wir hier von der eigenen Landkarte. Wohl wissend, dass die eigene Landkarte nicht das gesamte Gebiet ist. Jede Landkarte ist anders. 
 
Die Bedeutung der Kommunikation in der NLP
Die Verantwortung für die Kommunikation liegt bei dem Urheber, hieraus ist klar, dass das Verstanden werden im Mittelpunkt steht und nicht das gemeinte „Wort“. Wobei jedes Wort zählt und die Stimmlage, Betonung, also auch die "Melodie" der Sprache sowie die Körpersprache wichtig sind. Authentisches Verhalten erhöht die Glaubwürdigkeit. 
 
Es gibt keine Fehler nur Resultate
Fehler als eigenes Resultat anzuerkennen, heißt gleichzeitig auch die Verantwortung dafür zu übernehmen anstatt den Fehler bei anderen zu suchen. Darüber hinaus erweitern Fehler den eigenen Erfahrungsschatz und wir können bei genauer Betrachtung aus dem Irrtum lernen.
 
Wenn eingefahrene Wege nicht funktionieren, dann gibt es einen anderen Weg
Wir Menschen neigen dazu, Veränderungen kritisch gegenüber zu stehen bzw. Veränderungen als Problem anstatt Chance wahrzunehmen. Widerstände, Boykott, die Suche nach der „alten Welt“ bindet unnötige Energien und ist gleichzeitig sehr menschlich. Veränderungsprozesse nicht wahr haben zu wollen ist dabei sehr häufig anzutreffen und die erste Rektion, die wir Menschen zeigen.
 
Wenn eingefahrene Wege funktionieren, dann gibt es auch noch weitere Wege, die nach „Rom führen
Unser Erfahrungsschatz zeigt uns sehr deutlich was funktioniert und was nicht funktioniert. Funktioniert eine Sache recht gut, so denken wir nicht mehr darüber nach und handeln „automatisch“ in ähnlichen Situationen immer gleich.
 
Hier liegen 3 Gefahren:
  • Wir bewerten die Situation nicht mehr neu und unser Wahrnehmungsfilter wird immer enger
  • Wir optimieren nicht mehr unsere Vorgehensweise und bleiben quasi auf dem „alten Stand der Technik“ stehen
  • Wir verpassen einfach die Veränderung und die neuen Chancen, die sich daraus ergeben
Es gibt immer 3 Möglichkeiten
Dieser Grundgedanke ist so alt wie die Menschheit. Und eröffnet uns die Möglichkeit, aus dem Entweder-Oder-Prinzip auszubrechen. Anstatt linear in Schwarz-Weiß-Strukturen  zu denken, können wir dadurch nicht gedachte Möglichkeiten bzw. Lösungsansätze finden. Es entsteht ein Denkmuster aus der Fülle, anstatt aus dem Mangel. Außerdem erhöhen wir einfach unsere Flexibilität. Gerade in Konfliktsituationen hat sich der 3te Weg bewährt. Haufig ist es auch in Konfliktsituationen die Suche nach dem gemeinsamen Ziel eine sehr gute Lösung. 
 
Jedes Verhalten hat eine positive Absicht
Hier steckt die Grundannahme aus der IP dahinter, jeder Mensch handelt final, also immer zielorientiert. Allerdings sind dem Menschen häufig seine eigenen Ziele nicht bewusst, so dass das Unterbewusstsein hier zum Zuge kommt. Die positive Absicht hinter jedem Verhalten ist diese Zielerreichung, auch wenn diese nicht immer sozialverträglich gelebt wird. Es gilt, diesen guten Grund zunächst einmal zu würdigen und ggf. neue Verhaltensweisen/Möglichkeiten für diese Bedürfnisbefriedigung zu ermitteln.
 
Jeder Mensch hat genügend Ressourcen um sein Leben zu gestalten
Über Talente, Potentialräume, Fertigkeiten, Fähigkeiten verfügt jeder Mensch. Die Klarheit über die individuellen Möglichkeiten hilft uns dabei, unseren Weg zu gehen. Manchmal hindert uns unser eigener Erfahrungsschatz unsere Potentialräume auch auszunutzen.  Aus diesem Grunde ist es wichtig, sich selbst immer wieder zu reflektieren und genau hinzusehen bzw. auch hinzuspüren. Werte und Glaubensätze entstehen bereits in der Kindheit und werden stets als die persönliche Wahrheit anerkannt, auch wenn dem nicht so ist.
 
Das Gehirn lernt schnell
Das Gehirn ist ein „lebender Muskel“, neuronale „Straßen“ können zu  Autobahnen ausgebaut bzw. können wieder der „Natur“ überlassen werden. Veränderte Denkstrukturen und -mechanismen sind somit möglich. 
 
Lernen macht Spaß
Wir Menschen lernen gerne, wenn unser Belohnungssystem (Lybische System) angesprochen wird. Dopamin schafft euphorische Gefühle und wird als Botenstoff immer frei gesetzt, wenn wir Erfolg haben. Außerdem kann sich unser Gehirn etwas schneller merken, wenn wir es selbst tun, also „Probieren geht über Studieren“.
 
 
... und was sonst noch zu erwähnen wäre 

Zieldefinition
Generell ist es wichtig sein Ziel zu kennen, das gilt sowohl im privaten Leben wie auch im beruflichen Kontext.
Je genauer das Ziel beschrieben wird, umso realistischer ist die Zielerreichung. Dabei geht es darum das Ziel anhand des Modelles  „SPEZI“ zu erleben. Die Motivation liegt dabei in der hohen Attraktivität und ist gekennzeichnet durch Sinnlichkeit, der positiven Formulierung, eigenständigen Erreichbarkeit,  Messbarkeit sowie der Intensionserhaltung.  Dabei sollte das Ziel wohlgeformt, klar formuliert, schriftlich niedergelegt werden. Fragestellungen und Klärungen für die Zielerreichung können dabei sein: Was genau möchtest Du erreichen bzw. können? Woran machst Du fest, dass Du das Ziel erreicht hast?
Zielvisualisierung immer emotional zu ankern sowie den zeitlichen Rahmen zur Zielerreichung festzulegen sind wesentliche Bestandteile der Erfolgsvoraussicht.
Klären, dass keine Abhängigkeiten bei der Zielerreichung im Weg stehen. Das Ziel muss unabhängig von anderen erreichbar sein.
Konsequenzen bei der Zielerreichung sind ebenfalls zu hinterfragen (ÖKOCHECK). 
 
Rapport… geht vor
Hiermit ist der Vorgang gemeint, mit dem wir mit unserem Gegenüber eine Verbindung eingehen bzw. halten. Wobei sich der Aufbau in 2 Teile gliedert:
 
Pacing
Verbindung herstellen, durch gleiche Sitzhaltung, durch einfühlen in die andere Landkarte, Offenheit, Augenkontakt, Atmung, Stimme, öffnenden  Bewegungen, Kalibrieren und sich auf die bevorzugten Repräsentationssysteme einlassen usw. Dieses spiegeln schafft eine stabile Verbindung (DR KASSIS).
 
Leading
Führung und Lenkung durch zirkulierende Fragetechniken, klare Anweisungen ohne dabei das Ergebnis zu beeinflussen, die Landkarte des anderen dabei in den Fokus stellen, mit vielen Weichmachern (vielleicht, eventuell, ggf. usw.)
arbeiten. 
 
Ankern   
Ankern beschreibt eine Technik mittels Repräsentationssystemen (VAKOG), emotionale Gefühlszustände mit einem Reiz (Auslöser) zu koppeln. Als Anker kann dabei ein Wort, eine Geste, eine Berührung, ein Bild, ein Geruch, ein Ton, ein Platz, ein Ort usw. verwendet werden.
 
Das System bei dieser (Ver)ankerungstechnik ist immer gleich:
        1. Definition des zu verankernden Zustandes (Gefühl)
        2. Über VAKOG diesen Gefühlszustand erreichen
        3. Und dann eindeutigen Anker setzen
        4.  Wiederholen bis es sitzt
 
Dabei gibt es folgenden Mehrfachnutzen:

      1. Durch die Bewegung Flexibilität in die Gedanken bringen
      2. Perspektivenwechsel möglich machen
      3. Die Gewichtung im „System“ korrigieren
      4. Dem „Kind“ einen Namen geben
      5. Die sofortige Nutzung des Ankers im Alltag  
 
Als Arbeitsmodule sind hier z.B. zu nennen:
  • Moment of Excellence
  • Ressourcen ankern
  • Gegensätze zusammenführen
  • Walt-Disney Model (innere Anteile: Träumer, Berater und Macher sind Bodenanker)
  • Anker verketten(werden dann eingesetzt, wenn der Weg vom Ist-Zustand zum gewünschten Soll- Zustand sehr groß ist)
  • Anker stapeln (ist dann sinnvoll, wenn ein starker Anker benötigt wird, z.B. Ressourcen Anker, Phobien Bekämpfung)
Repräsentationssystem
Jeder Mensch speichert seine Erinnerungen und Erfahrungen über seine Sinneskanäle ab. Dabei wird i.d.R. ein oder mehrere Sinnesorgane bevorzugt.
 
Augenzuhangshinweise können helfen, unser Gegenüber besser einzuschätzen und ihn mit entsprechendem Repräsentationssystem abzuholen. Die Fragestellung je nach dem bevorzugten Repräsentationssystem (visuelle Erinnerungen, visuelle Konstruktion, auditive Erinnerung, auditive Konstruktion, kinästheschem Zugang bzw. obligatorischer/gustatorischer Zugang oder innerer Dialog) können angepasst werden.
 
Das Meta-Model der Sprache
Sinn und Zweck dieses Modelles ist es, präziser zu fragen, um wesentliche Aussagen auf den Punkt zu bringen. Durch unseren eigenen Erfahrungsschatz, also unserer eigenen „Landkarte“ sowie unserer Gehirnfunktion neigen wir Menschen mehr oder weniger dazu
  • durch die individuelle Fokussierung des Augenblickes, Teilaspekte zu tilgen, d.h. einfach nicht wahrzunehmen
  • durch die eigene Bewertung des Augenblickes, die eigene Wahrnehmung zu verzerren, d.h. wir passen die Realität unserem individuellen Weltbild an
  • durch die individuellen Erfahrungen, den Augenblick mit einer bereits gemachten Erfahrung zu verwechseln und damit zu generalisieren. 
Gerade in der Kommunikation ist es wichtig, die eigene Aufmerksamkeit auf die jeweiligen Aussagen zu lenken. So sind zum Beispiel Verallgemeinerungen schnell an den Aussagen wie nie, immer, alle, jeder und keiner zu erkennen. Hier fehlt dann in i.d.R. die reflektierende Betrachtung der einzelnen Situation. Fragestellungen wie wirklich, nie oder immer helfen mir dann die Generalisierung aufzuheben.
 
Aussagen, die sehr stark unspezifisch durch Nominalisierungen wie z.B. Reifung, Wachstum, Zusammenarbeit usw. oder die Verwendung von unspezifischen Verben wie z.B. verbessern, entwickeln, verhindern, zeigen mir  weiterhin sehr deutlich, dass mein Gegenüber sich nicht auf dem Punkt äußert, so dass hier mit der Fragetechnik: Welche genau? Woran machen Sie das fest? Wie  verbessern? das Thema präzisiert werden kann.
 
Viele Menschen neigen auch auf Grund von Glaubensätzen und Wertesystemen dazu, eigene Werte und Regeln als unumstößlich anzusehen.  Aussagen wie zum Beispiel „Das kann man nicht machen!“ „ Das darf ich nicht tun!“ „Das muss so sein!“, weisen darauf hin, dass es innere Widerstände gibt. Mit den Fragestellungen:  „Was wäre wenn?“ (die Zauberfrage) oder „Was bräuchte es, wenn…?“  und im Vergleich wozu, Besser als…,  diese Widerstände leicht und locker aufzulösen.
 
Das Milton-Modell der Sprache
Im Gegensatz zu dem o.g. Modell geht es hierbei um ein Sprachmuster, welches  meinem Gegenüber ermöglicht, seine eigene „Landkarte“ voll zu entfalten. Die Sprachmuster hierfür sind die Umkehrung des Meta Modells und aus der Trance und Hypnose abgeleitet.
Dabei geht es Generalisierungen, Nominalisierungen, unbestimmte Verben, keinen direkten Inhaltsbezug und allgemeine Tilgungen, Vergleiche ohne Normen zu verwenden. Weichmacher wie z.B. vielleicht gehören auch dazu.
 
Arbeiten mit Time-Line
Wir Menschen haben alle eine sehr unterschiedliche Wahrnehmung von Zeit. Diese ist abhängig  von der jeweiligen Situation und auch i.d.R. vom Alter. Wenn uns etwas Interessantes sehr beschäftigt, vergessen wir zum Beispiel die Zeit oder wenn uns langweilig ist, dann vergeht die Zeit nicht. Es gibt zwar eine Zeitmessung und eine Uhrzeit, jedoch kein einheitliches Zeitempfinden, dieses ist subjektiv.
 
Weiterhin haben unsere abgespeicherten Gefühle kein Zeitverständnis. Unser Gehirn reagiert auf z.B. bei Schmerz und Verletzungen ohne bewusste Wahrnehmung der Ursprungssituation. Spiegel-Neuronen lassen es sogar zu, dass wir Schmerz von anderen empfinden können.  Somit gibt es emotional kein Zeitempfinden.
 
Gezielte Time-Line Arbeit ist somit in der Lage
  • eine Neubewertung der Vergangenheit vorzunehmen (mit dem heutigen Wissen und dessen Erkenntnisse)
  • eine emotionale „Zielvisualisierung“ vorwegzunehmen
  • eine Gegenwartsposition emotional belegen.Eine „neue Startbetrachtung“ finden.
Dabei wird mit Bodenankern und Wortankern sowie einer imaginären Zeitlinie, die räumlich wahrgenommen
wird, gearbeitet. Der Klient kann somit die Zeitschiene in seinem Zeiterleben und seiner Zielvisualisierung und Teilzielschritte selbst festlegen.
 
Die Vorteile bei dieser Methode liegen in der Arbeit mit Menschen auf der Hand:
  • Erinnerungen werden emotional erfasst und können zurückverfolgt werden
  • Die Entstehungsgeschichte/Ursprung  kann somit gefunden werden
  • Durch die Rückabwicklung und deren Neubewertung kann „seelische Prozesse“ heilen  
  • Emotionale Ereignisse, besonders die Positiven, können „über die Zeit gerettet“ werden
  • Zielvisualisierungen fallen leichter, da das Ziel in weite Ferne gerückt werden kann 
  • Und damit die Grundstruktur für kleine Teilschritte und Ziele gelegt wird
  • Zielvisualisierung kann auch emotional geankert werden (mit Boden- und Wortankern)Der Kunde bewegt sich -  somit wird auch Bewegung im Kopf möglich
  • Die assoziierte Arbeit macht es möglich, die emotionalen Qualitäten sofort zu erleben. Bodenanker und Wortanker sorgen für sofortige positive  Wirkung und können „mitgenommen“ werden
In der Arbeit im Coaching ist das Modell sehr sinnvoll, wenn es um Ziele und Zielerreichung geht. Die Angst vor fixen Terminen wird genommen. Eine emotionale Zielvisualisierung motiviert und ermutigt, die ersten Teilschritte auch anzufangen. Der Prozess kann auch für den Klienten sehr leicht und locker sein.
Außerdem ermöglich die Arbeit mit Time-Line eine Neubewertung der Vergangenheit vorzu nehmen, so dass ein Perspektivenwechsel möglich ist (Reframing)
 
Submodalitäten
Unsere Sinneswahrnehmung wird durch Submodalitäten verfeinert und gefestigt. Somit helfen Submodalitäten bei der Verbesserung des assoziierten Arbeitens. Dabei handelt es sich im „VAKOG-System“ häufig um die visuelle, auditive und kinästhetische Sinnlichkeit. Submodalitäten beschreiben entsprechend die visuelle oder auditive bzw. kinästhetische Wahrnehmung. Der Coach bietet dem Kunden entsprechende Beschreibungsmerkmale an.
 
Durch das deutlichere assoziierte Erleben ist der Erfolg durch die Arbeit mit Submodalitäten einfach größer.
 
Reframing
Der Reframing Prozess hat die Aufgabe, eine neue Sichtweise zu einer bestimmten Situation/Aktion/Objekt/Ergebnis zu geben, um diese dann neu zu bewerten. Grundgedanke bei dieser Arbeit ist die Suche nach dem „guten Grund“ und einer erweiterten Sichtweise auf die Dinge. Woraus sich neue Lösungsansätze und Chancen ableiten lassen. Inhaltsreframing klärt dabei den inhaltlichen Kontext und dessen Bewertung.  Prozessreframing hingegen beschreibt den Prozess wie z.B. bei der Time-Line-Arbeit.
 
Ökologie
Bei jeder Arbeit mit Menschen ist es wichtig auch einen ÖKO-Check vorzunehmen. Wir Menschen leben alle in einem sozialen Kontext und sind soziale Wesen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass wir auch hier Bilanz ziehen und uns anschauen, was macht es mit mir und mit den anderen. Gleichzeitig ist es wichtig, auch die Gesamtzusammenhänge damit zu erfassen.  Die einseitige Betrachtung nur auf den Kunden ohne seine sozialen Systeme oder andere Zusammenhänge ist keine nachhaltige Arbeit. Die Umwelt und die Herkunft sollte bei der Arbeit berücksichtigt werden.
       
Zum guten Schluss
NLP ist Chancen– und ressourcenorientiert. Kein wühlen in Problemen, sondern Herausforderungen annehmen und Lösungen finden.